How to
Wällness
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WELLNESS KNIGGE: WENIGER MÜSSEN, MEHR DÜRFEN
Level 2: Die Ruhe
8.150 m² Wellnesswelt. Zehn Saunen und Dampfbäder. Pools, Ruheräume, Kuschelnester, Wasserbetten, Biotop. Ziemlich viele Möglichkeiten, um ausgerechnet eines zu tun: nichts. Unsere vier Saunameister über Wellness ohne Leistungsgedanken, Sauna ohne Durchhaltewillen und die kleine Kunst, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Bademantel an, Kopf aus. So einfach klingt das. Und dann stehst du im Spa und fängst an zu rechnen. Erst Sauna oder Pool? Wann beginnt der nächste Aufguss? Massage um vier. Vorher noch kurz ins Biotop. Und die Panorama-Sauna wolltest du schließlich auch noch sehen. Willkommen beim vielleicht größten Missverständnis im Wellnessurlaub: dass man möglichst viel davon schaffen sollte. Unsere vier Saunameister sehen das ziemlich entspannt. Ein bisschen Rücksicht? Unbedingt. Alles andere darf leichter sein.
Mehr Davon
1. Weniger vornehmen
Der häufigste Fehler im Spa hat nichts mit Handtüchern oder Saunaregeln zu tun. Er heißt Programm. Jan erlebt immer wieder, dass Gäste von Anwendung zu Aufguss und weiter zum nächsten Programmpunkt ziehen, um bloß nichts zu verpassen. Dabei liegt die eigentliche Erholung für ihn genau im Gegenteil: im Nichtstun.
Il dolce far niente. Klingt auf Italienisch gleich viel professioneller. Martin beobachtet Ähnliches. Selbst Entspannung wird schnell zur Aufgabe: möglichst viele Saunagänge, Massage, Essen, noch ein Aufguss – und alles schön hintereinander. Sein Gegenmittel ist erfreulich unspektakulär: weniger planen. Jens setzt sogar noch früher an. Wellness beginnt für ihn nicht erst am Spind, sondern mit der Haltung davor. Keine künstliche Hektik bei der Anreise, kein inneres Rennen gegen die Uhr. Der Urlaub darf irgendwo auf der Straße ins Tannheimer Tal anfangen. Und Matthias? Der sieht das Problem vor allem im Kopf. Der Alltag reist manchmal einfach mit. Vielleicht beginnt Wällness deshalb mit Weglassen. Du musst nicht jede Sauna ausprobieren. Nicht jeden Pool testen. Nicht jeden freien Platz im Wochenprogramm füllen. Such dir einen Ort, an dem du gerade gerne bist.
Und bleib noch ein bisschen. Der Rest läuft nicht weg.
2. Die Zeit vergessen
Fragt man Jens, Jan, Matthias und Martin, was wir beim Wellness weniger tun sollten, landen alle ziemlich schnell bei denselben Dingen: Uhr, Handy, Leistungsgedanke. Wie heiß war die Sauna? Wie lange habe ich durchgehalten? Wie viele Runden gehen sich noch aus? Man kann sogar beim Nichtstun erstaunlich ehrgeizig werden. Jens hält seine Anleitung lieber kurz:
- Handy im Schrank lassen – oder zumindest Flugmodus an und die Kamera mit einem Sticker abkleben.
- Atmen.
- Auf dich konzentrieren.
- Falls das nicht klappt, Jens fragen.
Drei Schritte plus Notfallplan. So streng nehmen wir es mit Regeln offenbar doch nicht. Das Handy darf jedenfalls auch einmal Pause machen. Nicht, weil Digital Detox besonders vorbildlich klingt, sondern weil ein Spa ohne Nachrichten, Kameras und Benachrichtigungstöne schlicht angenehmer ist. Vor allem für die anderen. Denn Ruhe funktioniert nur gemeinsam.
3. Sauna ohne Ehrgeiz
Gerade beim ersten Saunabesuch kommen schnell die Fragen.
Wie lange sollte ich bleiben? Wo sitze ich? Was, wenn es mir beim Aufguss zu heiß wird? Und darf ich eigentlich einfach hinausgehen? Ja.
Wenn dein Körper sagt, dass es reicht, reicht es. Auch mitten im Aufguss. Geh möglichst ruhig hinaus, damit die Wärme nicht gleich mitkommt – aber aus einem Saunagang wird kein Erfolg, nur weil du bis zum Schluss sitzen geblieben bist. Unten ist es meist milder, weiter oben heißer. Probier aus, was dir guttut. Jens hat noch einen ganz einfachen Tipp: vorher duschen und gut abtrocknen. Und eine klassische Saunaregel bleibt tatsächlich bestehen: Der ganze Körper liegt auf dem Handtuch. Haut und Schweiß bleiben vom Holz getrennt. Mehr Knigge braucht es an dieser Stelle fast nicht.
4. Ruhe ist nicht überall Still
8.150 m² Wellness Himmel sind ziemlich viel Raum, um Ruhe zu finden.
Aber Ruhe klingt nicht überall gleich. Im Raum der Stille darf sie ihrem Namen alle Ehre machen. Im Biotop kommt das Wasser dazu. Im Alpen Garten vielleicht Wind oder Vogelgezwitscher. Im Kuschelnest kannst du dich zurückziehen, auf dem Wasserbett wegdämmern oder irgendwo zwischen drinnen und draußen hängen bleiben. Und im Familien- und Textilbereich darf Wellness wiederum etwas lebendiger sein. Es geht also weniger darum, überall möglichst leise zu sein. Sondern darum, wahrzunehmen, wo du gerade bist. Englike Rücksicht, wenn man so will.
Der häufigste Fehler im Spa hat nichts mit Handtüchern oder Saunaregeln zu tun. Er heißt Programm. Jan erlebt immer wieder, dass Gäste von Anwendung zu Aufguss und weiter zum nächsten Programmpunkt ziehen, um bloß nichts zu verpassen. Dabei liegt die eigentliche Erholung für ihn genau im Gegenteil: im Nichtstun.
Il dolce far niente. Klingt auf Italienisch gleich viel professioneller. Martin beobachtet Ähnliches. Selbst Entspannung wird schnell zur Aufgabe: möglichst viele Saunagänge, Massage, Essen, noch ein Aufguss – und alles schön hintereinander. Sein Gegenmittel ist erfreulich unspektakulär: weniger planen. Jens setzt sogar noch früher an. Wellness beginnt für ihn nicht erst am Spind, sondern mit der Haltung davor. Keine künstliche Hektik bei der Anreise, kein inneres Rennen gegen die Uhr. Der Urlaub darf irgendwo auf der Straße ins Tannheimer Tal anfangen. Und Matthias? Der sieht das Problem vor allem im Kopf. Der Alltag reist manchmal einfach mit. Vielleicht beginnt Wällness deshalb mit Weglassen. Du musst nicht jede Sauna ausprobieren. Nicht jeden Pool testen. Nicht jeden freien Platz im Wochenprogramm füllen. Such dir einen Ort, an dem du gerade gerne bist.
Und bleib noch ein bisschen. Der Rest läuft nicht weg.
Fragt man Jens, Jan, Matthias und Martin, was wir beim Wellness weniger tun sollten, landen alle ziemlich schnell bei denselben Dingen: Uhr, Handy, Leistungsgedanke. Wie heiß war die Sauna? Wie lange habe ich durchgehalten? Wie viele Runden gehen sich noch aus? Man kann sogar beim Nichtstun erstaunlich ehrgeizig werden. Jens hält seine Anleitung lieber kurz:
- Handy im Schrank lassen – oder zumindest Flugmodus an und die Kamera mit einem Sticker abkleben.
- Atmen.
- Auf dich konzentrieren.
- Falls das nicht klappt, Jens fragen.
Drei Schritte plus Notfallplan. So streng nehmen wir es mit Regeln offenbar doch nicht. Das Handy darf jedenfalls auch einmal Pause machen. Nicht, weil Digital Detox besonders vorbildlich klingt, sondern weil ein Spa ohne Nachrichten, Kameras und Benachrichtigungstöne schlicht angenehmer ist. Vor allem für die anderen. Denn Ruhe funktioniert nur gemeinsam.
Gerade beim ersten Saunabesuch kommen schnell die Fragen.
Wie lange sollte ich bleiben? Wo sitze ich? Was, wenn es mir beim Aufguss zu heiß wird? Und darf ich eigentlich einfach hinausgehen? Ja.
Wenn dein Körper sagt, dass es reicht, reicht es. Auch mitten im Aufguss. Geh möglichst ruhig hinaus, damit die Wärme nicht gleich mitkommt – aber aus einem Saunagang wird kein Erfolg, nur weil du bis zum Schluss sitzen geblieben bist. Unten ist es meist milder, weiter oben heißer. Probier aus, was dir guttut. Jens hat noch einen ganz einfachen Tipp: vorher duschen und gut abtrocknen. Und eine klassische Saunaregel bleibt tatsächlich bestehen: Der ganze Körper liegt auf dem Handtuch. Haut und Schweiß bleiben vom Holz getrennt. Mehr Knigge braucht es an dieser Stelle fast nicht.
8.150 m² Wellness Himmel sind ziemlich viel Raum, um Ruhe zu finden.
Aber Ruhe klingt nicht überall gleich. Im Raum der Stille darf sie ihrem Namen alle Ehre machen. Im Biotop kommt das Wasser dazu. Im Alpen Garten vielleicht Wind oder Vogelgezwitscher. Im Kuschelnest kannst du dich zurückziehen, auf dem Wasserbett wegdämmern oder irgendwo zwischen drinnen und draußen hängen bleiben. Und im Familien- und Textilbereich darf Wellness wiederum etwas lebendiger sein. Es geht also weniger darum, überall möglichst leise zu sein. Sondern darum, wahrzunehmen, wo du gerade bist. Englike Rücksicht, wenn man so will.
Wie verhältst du dich im Orgänic Spa?
Ein bisschen Service muss beim Knigge dann doch sein.
Der 4.150 m² große Orgänic Spa ist Adult’s Only und textilfrei. Daneben gibt es einen 3.000 m² großen Familien- und Textilbereich. Du musst dir also nicht zuhause schon überlegen, wie mutig dein erster Saunatag werden soll.
Am entspanntesten: im Schrank.
Wenn du dein Handy dabei hast, stell es lautlos oder auf Flugmodus. Gerade im textilfreien Bereich gehört die Kamera selbstverständlich nicht zum Wellnessprogramm. Deshalb bitten wir euch, sie mit einem Sticker abzukleben.
Natürlich. Wenn es dir zu heiß oder zu viel wird, geh hinaus. Möglichst ruhig und ohne die Tür länger als nötig offen zu halten. Körpergefühl schlägt Durchhaltewillen.
Das hängt vom Ort ab.
Im Raum der Stille darf es wirklich still sein. Anderswo reicht oft schon etwas, das auch außerhalb des Spas erstaunlich gut funktioniert: Rücksicht.
Erst einmal: nichts.
Abkühlen. Frische Luft. Etwas trinken. Hinsetzen oder hinlegen.
Nicht sofort überlegen, was als Nächstes kommt.
KLEINER WÄLLNESS-SPICKZETTEL
| Mehr davon | Weniger davon |
|---|---|
| Einen Lieblingsplatz finden | Alles gesehen haben wollen |
| Auf den Körper hören | Durchhalten wollen |
| Nach der Sauna sitzen bleiben | Zum nächsten Programmpunkt eilen |
| Flugmodus | Nebenbei Nachrichten beantworten |
| Rausgehen und durchatmen | Auf die Uhr schauen |
| Rücksicht | Regeln um der Regeln willen |
| Sich etwas gönnen | Aus Erholung ein Projekt machen |
GESCHAFFT!
UND WIE GEHT WÄLLNESS NUN RICHTIG?
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